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St. Martinus (Basilika) (katholische Kirche)
Weingarten (Ravensburg / Baden-Württemberg)

An der wohl bedeutendsten Barockkirche Baden-Württembergs, Weingartens St. Martin und Oswald, haben zwischen 1710 und 1760 auch sehr bedeutsame Barockkünstler mitgewirkt. (Bild: Karlheinz Fuchs)
Beschreibung
Sie hat nicht nur den Ruhm, Deutschlands größte Barockbasilika zu sein und dabei auch das Wahrzeichen von Weingarten, über das sie sich imposant erhebt. Auch etliche Größen haben daran mitgewirkt, so der große Vorarlberger Franz Beer und der württembergische Hofbaumeister Donato Giuseppe Frisoni als Architekten, Franz Schmuzer, Cosmas Damian Asam oder auch Joseph Anton Feuchtmayer bei der Ausstattung, der Orgelbauer Joseph Gabler und sogar noch der berühmte Münchner Klassizist Leo von Klenze bei der Umgestaltung der Welfengruft unter dem nördlichen Querschiff.
Die Benediktinerabtei zum Heiligen Blut ist 940 über einem Ort mit Namen Altdorf als Kloster Weingarten gegründet worden. Von daher bekommt die darunterliegende Gemeinde dann im 19. Jahrhundert ihren Namen. Das Kloster wurde im Spätmittelalter durch die Weingartner Liederhandschrift bekannt.
Besonders die Benediktiner waren um 1700 voller Bauwut. Etwa auch Sebastian Hyller, Abt in Weingarten, der 1715 den Abriss der mittelalterlichen Klostergebäude verfügte nur der Konventsbau und der Kreuzgang blieben und auf der Anhöhe über dem Ort eine beherrschende Anlage errichten ließ, aus deren Mitte die Schwäbische Peterskirche, eben St. Martin und Oswald, ragt. Der kreuzförmige Zentralbau hat offenbar das Salzburger Kollegiengebäude Fischers von Erlach zum Vorbild. Weingartens selbst für barocke Verhältnisse außergewöhnlicher Kirchenbau geht im wesentlichen auf den Vorarlberger Baumeister Franz Beer zurück, folgt aber nicht in letzter Konsequenz dem von ihm mitkreierten Vorarlberger Münsterschema, insofern hier das Querhaus in halbrunden Conchen über die Langhausfront hinaus springt und über der Vierung sich eine 67 Meter hohe Kuppel erhebt, ein imposantes Charakteristikum jener Kirche. Und diese Kuppel bildet auch im überwältigenden Inneren das Zentrum des Raumgedankens.
Ausgemalt von Cosmas Damian Asam werden hier in konzentrischen Kreisen Hunderte von Figuren Engel, Heilige und Apostel um den segnenden Gottvater versammelt. Darüber erhebt sich im Licht der Laterne die Taube als Sinnbild des hl. Geistes. Wo die Stuckarbeiten Franz Schmuzers die architektonische Raumgliederung betonen, schwebt Asams Malerei sozusagen über der Baukunst. Zu den vielen Wundern, die diese Kirche ausmachen, gehört auch das schmiedeeiserene Chorgitter. Das vergoldete Stabgerüst eines unbekannten Künstlers scheint auf seine Weise Architekturelemente wie Kuppel, Gurtbögen, Säulen und Pfeiler nachzuahmen. Alles geht dabei ineinander über und ist mit vielfach verschlungenem Laub- und Bandwerk verbunden, darin auch typisch für die barocke Sehnsucht nach Synthese und Durchdringung.
Karlheinz Fuchs
Orgel(n)
Gabler (IV/70) 1750 (mech.) ; Tondok.: Hamm, Gnann, Bleicher, Kee, Koopmann, Weinberger, Raml, Fetz, Wegele, Isoir, u.a.
Führungen
Termine
M: Musik, K: Kunstführung

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