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Kapitell
Kunst- und Baugeschichte
Kapitell (lat. capitulum „Köpfchen“), Kopf bzw. oberer Abschluss einer Säule, eines Pilasters oder eines Pfeilers, der verschieden in seiner Form und seinem Schmuck sein kann. Das Kapitell vermittelt zwischen der Stütze und dem Bogen oder der Mauer, die auf ihm ruhen, und nimmt die Last des Gebälks oder des Architravs auf. Das Kapitell hat aber nicht nur die statische Funktion einer größeren Auflagefläche für das Gebälk, sondern dient auch als Zierglied. Es können zahlreiche verschiedene Kapitellformen unterschieden werden; am bekanntesten sind die drei klassischen griechischen: das dorische Kapitell mit Wulst (Echinus) und Deckplatte (Abakus), das ionische Kapitell mit spiralförmig eingerollten Ornamenten (Voluten) und das korintische Kapitell mit einer Verzierung aus stilisierten Pflanzen (Akanthus) und Voluten. Die seit der römischen Antike verbreitete Verbindung aus ionischem und korinthischem Kapitell bezeichnet man als Kompositkapitell. Die romanische Baukunst entwickelte u.a. schlichte Würfel- und reich verzierte Figurenkapitelle, in der Gotik traten Kelch-, Knospen- und Blattkapitelle auf. Seit der der Renaissance wurden dann auch in der abendländischen Kunst unzählige Male die griechisch-römischen Kapitellformen verwandt.
Annegret Kotzurek
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