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Kannelur
Kunst- und Baugeschichte

Kannelur / Kanneluren (lat. canna „Rohr”, frz. Cannelure „Rinne, Rille, Furche“) Vertikale, konkave Hohlkehle bzw. Rille an Säulen, in ihrer Gesamtheit Kannelierung genannt. Sie hat keine bautechnische Funktion, bewirkt aber den Eindruck des Emporstrebens, indem sie den Säulenschaft optisch schlanker und durch das besonders bei tief eingekerbten Kanneluren sich ergebende Spiel mit Licht und Schatten die Oberfläche bewegt erscheinen lässt. Vorbilder für die Kannelierung sind wohl in vegetabilen Formen zu suchen. Bei den griechischen Säulenordnungen wird die Kannelierung zum kanonischen Element in der Gestaltung von Säulenschäften. Die dorische Säule ist mit 20 flachen, in scharfen Graten aufeinander stoßenden Kanneluren versehen. Die ionische bzw. korinthische Säule zeigt hingegen 24 stärker eingetiefte und durch schmale Stege voneinander getrennte Kanneluren, die oben und unten halbkreisförmig auslaufen. In römischer Zeit, im Mittelalter, in der Renaissance und im Barock werden nicht nur Säulen kanneliert, sondern auch Pfeiler und Pilaster. Als dekoratives Element kommen sie auch in der Metallverarbeitung, im Kunsthandwerk und an Möbeln vor.

Annegret Kotzurek

Referenzen