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Antependium
Kunst- und Baugeschichte

Antependium (Vorhang, von lat. ante „vor“ und pendere „hängen“), Bezeichnung für den Altarvorsatz. Das Antependium entsteht im 4. Jahrhundert und besteht ursprünglich aus einem kostbaren, reich verzierten Stoff, der die Vorderseite und manchmal auch die Schmalseiten des Stipes (Unterbau des Altars) verkleidet. Die Verkleidung der Rückwand wird hingegen als Dorsale bezeichnet.

Seit dem 8. Jahrhundert wird der textile Vorhang durch Verkleidungen aus Holz, Stein, (email-)verziertem Metall oder geschnitzten Elfenbeintafeln ersetzt. Von 1570 an ist das Antependium in Form eines Stoffbehanges in katholischen Gotteshäusern zwingend vorgeschrieben. Seit dem 19. Jahrhundert wird der Altarbehang wie die anderen Paramente auch in den liturgischen Farben gehalten und mit einfachen, zu den Kirchenjahreszeiten passenden Symbolen (Kreuz, A und O) verziert. Seit der Liturgiereform von 1976 finden Antependien heute in der Regel nur noch bei Altären in historischen Kirchenräumen Verwendung, die Ausstattung der übrigen Altäre ist auf ein Altartuch beschränkt.

Annegret Kotzurek

Referenzen