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Doppelturmfassade
Kunst- und Baugeschichte

Sie ist die eindrucksvollste Erscheinungsform besonders gotischer Kirchen – von der Pariser Notre Dame (1163–1240) bis zum "romantischen" Remake der Vorderfront des Kölner Doms. Marburgs St. Elisabeth (1235–1283), der erste während der Gotik fertiggestellte Kirchenbau Deutschlands, hat eine solche Doppelturmfassade, und für Straßburg war sie ja immer konzipiert, aber der zweite Turm wollte einfach nicht nachwachsen. Im Barock, der sonst wenig mit der Gotik gemein hatte, lebte diese Kirchen-Erscheinungsform dann durch die Vorarlberger wieder auf, speziell im Südwesten, so in der frühbarocken Abteikirche Obermarchtal (1686–1701) von Michael und Peter Thumb mit ihrem geschweiften Blendgiebel vor den beiden Türmen oder bei der Klosterkirche in Weingarten, wo die zwei Türme respektvoll vor einem mächtigen halbrunden Mittelbau an die Seite zu treten scheinen. In Baden-Württemberg sind Doppelturmfassaden eher selten. Eine davon steht allerdings mitten in Stuttgart, die neogotische katholische Marienkirche (1871–1879) ein Hauptwerk Josef von Egles.

Katlheinz Fuchs

Referenzen