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Dreipass und Dreiblatt
Kunst- und Baugeschichte
Der Dreipass ist die einfachste, leicht identifizierbare Figur des spätromanischen, insbesondere gotischen Maßwerks. Er gehört zur Figurengruppe der "Pässe", zu denen auch Vier-, Fünf-, Sechs- und Vielpass zählen. Pass bedeutet hier so viel wie Zirkel: Beim Dreipass wird das Kreisinnere in drei Kreisbogen aufgeteilt, sodass eine Art dreiblättriges Kleeblatt entsteht. Der Pass füllt vor allem die Bogenfelder gotischer Kirchenfenster und ist ein wesentliches Element der "Häkelmuster" gotischer Turmhelme, etwa bei der Esslinger Frauenkirche. Während der neogotischen Phase des Historismus im späteren 19. Jahrhundert erscheint Maßwerk mit Pässen oft auch undurchbrochen auf Fassaden und Balkonbrüstungen - als sei es ein Natursteinrelief. Ist das Dreiblatt übrigens nach unten waagrecht abgeschlossen, gilt es als "ruhend", weist dagegen seine Dreiecksspitze nach unten, ist es "stehend". Dreiblatt wie Dreipass werden oft von Fischblasen umrahmt, einer Figur, die sich etwa beim Dreipass zwischen dem äußeren Kreisrahmen und dem ihn füllenden Kleeblatt ergibt. In der französischen Gotik ähnelt diese Fischblasenfigur oft einer lodernden Flamme oder "Flamboyant".
Karlheinz Fuchs
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