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Dolmetsch, Heinrich (1846–1908)
Künstler
Er war die Leitfigur des protestantischen Kirchenbaus in Württemberg um 1900. 1846 in Stuttgart geboren, wurde Dolmetsch 1908 von einem Schlaganfall aus seinem Arbeitsleben gerissen. Nach einer Lehre als Steinmetz studierte er am damaligen Stuttgarter Polytechnnikum bei Christian Friedrich Leins, anschließend bereiste er Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, bevor er ins Büro seines Lehrers Leins eintrat.
Dolmetsch baute bis zur Jahrhundertwende „neugotisch“ und wandte sich dann mit Verve neuen, nachhistorischen Formaussagen zu. Nach Leins’ Tod (1892) wurde er Hauptberater des Vereins für die christliche Kunst in Württemberg und experimentierte, auch darin sehr protestantisch, an einer Verbesserung der Kirchenakustik zu einer vollkommeneren Verkündigung des Worts. Von Dolmetsch gibt es relativ wenige Kirchenneubauten. Ein Hauptort seines Wirkens war Reutlingen, wo er die Katharinen- und die Leonhardskirche baute. Am bekanntesten ist wohl die Markuskirche im Stuttgarter Süden, wohl das bedeutendste Werk des Stuttgarter „Jugendstils“. Vor allem war Dolmetsch Kirchenumbauer, zumal in Südwürttemberg. Zu nennen sind Urach, Blaubeuren, Balingen oder Tuttlingen, dessen evangelischer Pfarrkirche er 1902/03 eine markante Jugenstilfassade verlieh.
Karlheinz Fuchs
Referenzen

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