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Blende
Kunst- und Baugeschichte
Die Blende gibt nur vor, es fehlt ihr der Hintergrund, sei's als Arkade, Bogen, Giebel, Maß- und Mauerwerk oder auch als Rahmen. Sie ist das architektonische "Als-ob" und am besten bringt es der italienische Begriff mit "Opera finta" auf den Nenner - eine Finte am Bau also. Nur, um wie viel langweiliger wäre unsere Architektur ohne diese Kosmetik. So aber kann man einer bloßen Mauer etwa Arkaden vorblenden, um sie dadurch zu rhythmisieren, oder, weniger anspruchsvoll, Bögen und bekommt so eine Blendarkade oder einen Blendbogen, beide beliebte Stilmittel in Romanik und Gotik. Eine Blend- oder Vorhangfassade kann einen dahinter liegenden, nüchternen Zweckbau "retten". Allerdings, da es eben nur ein Vorsatz ist, keinesfalls aber der lebendige, mitgewachsene Ausdruck eines Gebäudes, nennen es die Engländer "Dead facade". Ein Blendgiebel nun kann ein Haus insbesondere an der Frontseite schmuckreich erhöhen und es so im Ansehen nach außen heben, aber auch die Längs- oder Breitseite eines Dachs lässt sich mit einem Blendgiebel unterteilen und wiederum differenzieren. – Die Blende als Überbrückung des Horror vacui ist mit der so genannten Moderne ganz aus der Übung gekommen, hat aber mit der in den Siebzigerjahren aufgekommenen, großflächigen Fassadenmalerei eine interessante Variante gefunden.
Karlheinz Fuchs
Referenzen

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