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Dientzenhofer, Kilian Ignaz
Künstler
Kilian Ignaz Dientzenhofer (* 1. September 1689 in Prag; † 18. Dezember 1751 ebenda) war einer der bedeutendsten Baumeister des böhmischen Spätbarock aus der Künstlerfamilie Dientzenhofer.
Er der Sohn des Baumeisters Christoph Dientzenhofer und der Maria Anna, geb. Lang. Obwohl er bald zu großem Ruhm gelangte, ist über seine Ausbildung wenig bekannt. Vermutlich besuchte er das Kleinseitner Jesuitengymnasium und studierte anschließend ein Jahr Philosophie am Altstädter Clementinum. Es wird angenommen, dass er einen geistlichen Beruf erwählen wollte und erst unter dem Einfluss seines Vaters zur Architektur gelangte, bei dem er das Maurerhandwerk erlernte und der die Voraussetzungen für seinen erfolgreichen künstlerischen Werdegang schuf.
Wohl um 1709 unternahm er ausgedehnte Studien- und Bildungsreisen ins Ausland, deren Dauer nicht bekannt ist. Sicher ist, dass er ab 1716 seinem Vater beim Bau des Klosters Břevnov half.
Kilian Ignaz Dientzenhofer hat eine unübersehbare Zahl von Sakral-und Profanbauten in Böhmen, Mähren und Schlesien entworfen und gebaut und das Prager Panorama mit seiner Architektur geprägt. Vor 1722 war er an verschiedenen Projekten seines Vaters beteiligt, die er zum Teil nach dessen Tod vollendete. Zu seinen frühesten selbständigen Bauten zählt die Villa Amerika in Prag und die St.-Johann-Nepomuk-Kirche des Ursulinerinnenklosters auf dem Hradschin.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm er dessen Stelle eines Stiftsbaumeisters bei den Benediktinern in Břevnov und Braunau. Das bedeutete, dass er alle Bauten im Bereich der Břevnov-Braunauer-Klosterdomäne sowie deren Propsteien in Politz und Wahlstatt entwerfen und ausführen musste. Auch die Ordensgemeinschaften der böhmischen Jesuiten, Augustiner und Kreuzherren mit dem Roten Stern erteilten ihm Aufträge. Sein Erfolg und sein Ruhm führten dazu, dass er schon 1725 ein so begehrter und beschäftigter Baumeister war, dass es selbst für Bauherren aus dem Adel schwer war, ihn für ein Projekt zu gewinnen.
Zu den zahlreichen Aufträgen, die ihm Abt Othmar Daniel Zinke anvertraute, gehörte die Klosteranlage und die Klosterkirche im schlesischen Wahlstatt, die von 1703-1810 eine Niederlassung des Braunauer Klosters war und deren Architektur als ein künstlerischer Höhepunkt des jungen Dientzenhofer angesehen wird.
Im Gegensatz zur Architektur seines Vaters treten bei ihm die hochbarocken Formen zurück. Bei seinen Bauten bevorzugte er den Zentralbau und verband die bisherigen böhmischen Formen mit dem höfisch-wienerischen Stil. Kaiser Karl VI. verlieh ihm 1730 den Titel eines Hofbaumeisters, 1737 folgte die Ernennung zum Oberfestungsbaumeister.
Nach seinem Tode wurden zahlreiche der von ihm begonnenen und geplanten Projekte durch Anselmo Lurago ausgeführt, dem auch die frei gewordene Stelle des Hofbaumeisters anvertaut wurde.
Referenzen

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