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Retti, Leopoldo (1705–1751)
Künstler
Er ist der um 14 Jahre jüngere Bruder Paolos und hat einen ähnlichen Berufsweg. Auch er kommt über Wien auf Vermittlung seines Onkels Donato Giuseppe Frisoni – bereits mit 22 – nach Ludwigsburg, erhält dann aber 1731 einen Ruf an den markgräflichen Hof in Ansbach, wo man ihn 1732 zum Baudirektor ernennt. Dort wirkt er unter anderem an der berühmten Gumbertuskirche und am Schloss mit und baut zwischen 1744 und 1746 auch die Synagoge. Dann aber holt ihn Herzog Carl Eugen endgültig zum Schlossbau nach Stuttgart, wo er 1750 zum Obristleutnant und Oberbaudirektor befördert wird.
Zuvor baut Leopoldo Retti sonst wo in Württemberg, etwa in Ludwigsburg, zusammen mit seinem Bruder Paolo, an den Türmen der Stadtkirche, die er um ein Stockwerk erhöht, sowie auf der Bergfestung Teck das Wacht- und Kommandohaus sowie die Kaserne.
Retti gilt er als Vorbereiter der französischen Schule im deutschen Südwesten und gehört in dieser Eigenschaft der großen Künstlerbiografie Thieme/Becker zufolge „in die erste Reihe der deutschen Architekten um (die) Mitte des 18. Jahrhunderts“.
Karlheinz Fuchs
Referenzen

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