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Retti, Paolo (1691–1748)
Künstler
Paolo Retti entstammt wie sein Bruder Leopoldo einer ursprünglich aus Laino zwischen Comer und Luganer See ansässigen Künstlerfamilie. Er war der Neffe des ebenfalls aus Laino gebürtigen Barockbaumeisters Donato Giuseppe Frisoni (1683–1735), der am Entstehen von Schloss und Stadt Ludwigsburg wesentlich Anteil hat. Paolo wurde 1691 in Laino als Sohn des später in Ludwigsburg als Stuckateur tätigen Lorenzo Mattia Retti geboren.
Er arbeitete zuerst in Wien als eine Art Bauunternehmer, bis ihn, damals erst 26, sein Onkel Frisoni sozusagen zur praktischen Vollendung Ludwigsburgs holt, wo er erst einmal dessen 1718 begonnenes Favoriteschlösschen und die Türme der Stadtkirche fertig stellt (1730) und sich an die Erweiterung des Schlosses macht (1725–1733). Retti war der Prototyp des, wie das zeitgenössische Wort heißt, „Entreprenneur“, wo nicht gar ein „Pionier des schlüsselfertigen Bauens“. Er übernahm Arbeiten bis zur Fertigstellung erst einmal für einen Pauschalpreis, den er bis zur Übergabe auf eigene Rechnung vorschoss. Mit einer solchen Risikobereitschaft wurde er zum seinerzeit erfolgreichsten Baumeister Württembergs.
Karlheinz Fuchs
Referenzen

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