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Frisoni, Donato Giuseppe (1683–1733)
Künstler

Er ist der Ahnherr der im Südwesten so effektiv für den Schlossbau tätigen Oberitaliener. 1683 in Laino geboren, findet er wohl bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Stuckateur Beschäftigung in Prag, wo er sich einiges Renommee erwarb. Man ruft ihn deshalb nach Ludwigsburg, um das von Johann Friedrich Nette begonnene Schloss auszustatten. Er bewährt sich dabei derart, dass ihn Herzog Eberhard Ludwig nach Nettes Tod 1714 zu dessen Nachfolger ernennt. Frisoni legt 1715 Pläne vor, nach denen das Schloss schließlich um das Dreifache erweitert wird. Das arme Herzogtum Württemberg bekommt so einen der ersten und zugleich größten Fürstensitze in Deutschland.
Frisoni stirbt 1735 in Ludwigsburg über der Vollendung des Schlosses, zu dem auch zwei großartig ausgestattete und von ihm mitkonzipierte Kapellen gehören. Zu seinen wesentlichen Leistungen zählt auch die Vollendung der von Nette vorgegebenen Ludwigsburger Stadtanlage, so der Ludwigstadt westlich des Schlossgartens (1715–1733), Württembergs einziger barocken Planstadt. Kein Wunder, dass auch das Wahrzeichen dieser Ludwigstadt, die evangelische Stadtkirche (1721–1726) nach seinen Plänen errichtet ist, allerdings mit Ergänzungen seines Neffen Paolo Retti und dessen Bruder Leopoldo.
Außerhalb Ludwigsburgs erlebt man Frisoni, überraschend für einen Baumeister, der überwiegend im streng protestantischen Herzogtum Württemberg tätig war, an Benediktinerkloster und Kirche im oberschwäbischen Weingarten. Hier liefert er Entwürfe für die Kirchtürme (1717–1719) sowie – seine Spezialität – einen „Idealplan“ zum Klosterbau. Auch soll die überragende Kuppel eben der Weingartener Wallfahrtskirche St. Martin und Oswald von Frisoni stammen, das „Gehäuse“ für die berühmten Ausmalungen des Cosmas Damian Asam.

Karlheinz Fuchs

Referenzen