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Kreuzweg
Kunst- und Baugeschichte

der Weg Christi von der Verurteilung durch Pilatus bis zur Kreuzigung. Im 15. Jahrhundert entstand im Zuge der Passionsfrömmigkeit und als Ersatz für die Wallfahrt nach Jerusalem die Kreuzwegandacht. Die einzelnen Stationen des Leidensweges Christi werden zunächst als Kreuze, Säulen oder Kapellen mit plastischen oder gemalten Darstellungen im Freien aufgestellt. Die letzte Station – der Kalvarienberg – wird vor allem im Spätmittelalter besonders figurenreich gestaltet. Später sind die Kreuzwegstationen in der Regel als Gemälde, Grafiken oder Kleinplastiken innerhalb der katholischen Kirchen angebracht. Zunächst werden meist sieben Stationen („Sieben Fälle Christi“) dargestellt, seit dem 17./18. Jahrhundert wird der Zyklus dann meist auf 14 Szenen ausgeweitet: Jesus vor Pilatus, Kreuztragung, Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz, Begegnung mit Maria, Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen, Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, zweiter Fall, Jesus tröstet die weinenden Frauen, dritter Fall, Jesus wird seiner Kleider beraubt, Kreuzigung, Kreuzestod, Kreuzabnahme und Grablegung. Auch heute noch wird die freitägliche Kreuzwegandacht in der Fastenzeit vielerorts praktiziert, oft ergänzt durch eine 15. Station, die der Auferstehung gedenkt.

Annegret Kotzurek

Referenzen