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Klassizismus
Kunst- und Baugeschichte
Es ist in Deutschland vor allem die Baukunst des aufstrebenden Bürgertums. Sie dauert von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Klassizismus löst – allmählich – die Phase des höfischen Barock ab, um selber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Historismus abgelöst zu werden.
Klassizismus ist vor allem die Epoche des bürgerlichen Repräsentationsbaus wie Kunstmuseum oder Stadtpalais. Im Gegensatz zum Barock versachlichen sich hier die Bauformen. Durch die Rückbesinnung auf klassisch-antike Formen beginnt sich eine stilvolle Schlichtheit zu entwickeln. Säule und Tympanon sind die charakteristischen Ausdruckselemente etwa der Fassade. Augenfälliges Merkmal im Kirchenbau ist die Wiederentdeckung der dem römischen Pantheon nachempfundenen Kuppel, so beispielhaft wie spektakulär zu sehen am „Schwarzwalddom“ in St. Blasien. Das andere klassizistische Monument des südwestdeutschen Kirchenbaus ist Friedrich Weinbrenners evangelische Stadtkirche in Karlsruhe mit Säulenfront und Tympanon darüber.
Auch die Kircheninnnenräume sind gegenüber Barock oder Rokoko deutlich versachlicht. Charakteristisch dafür die Reduktion des Hauptgewölbes auf eine flache Spiegeldecke (Spiegelgewölbe).
Karlheinz Fuchs
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