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Glasfenster
Kunst- und Baugeschichte

Glas(malerei)fenster, farbige Fenster mit Ornamenten oder bildlichen Darstellungen. Im Mittelalter sind diese nicht mit Farben auf große Scheiben gemalt, sondern aus bunten Glasstücken mosaikartig zusammengesetzt und mit Bleiruten verbunden. Zusätzlich erfolgt zumeist noch eine Bemalung mit Schwarzlot oder Silbergelb; diese schwarze oder gelbe Farbe wird fest ins Glas gebrannt, bevor man die einzelnen Scheibchen zu Fenstern zusammensetzt. Weitere Effekte erzielt man z.B. durch die Verwendung von Überfanggläsern (auf ein farbloses Trägerglas wird eine farbige Oberschicht aufgebrannt), aus dem Muster herausgeschliffen oder geätzt werden können. Die zum Teil sehr großen Fenster werden aus verschiedenen Tafeln zusammengesetzt und durch Sturmstangen und Windeisen verstärkt. Erste Scheiben sind aus der Karolingerzeit überliefert, ihre Blütezeit hat die Glasmalerei dann in der Gotik, die die Wände der Kirchenbauten fast ganz in farbige Glasflächen auflöst. Nach dem Niedergang im Barock, als man weißes Glas bevorzugt, erlebt die Glasmalerei im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine zweite Blüte. Seit der Neuzeit werden Glasfenster zumeist nicht mehr aus einzelnen farbigen Glasstückchen zusammengesetzt, sondern die Darstellungen werden mit transluzider Schmelzfarbe auf die Rückseite der Fensterscheiben gemalt und eingebrannt. Außerdem kennt die moderne Glaskunst das so genannte Dickglasmosaik, bei dem dicke Glasstücke und –scheiben zu Fenstern zusammengesetzt werden.

Annegret Kotzurek

Referenzen