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Heideloff, Karl Alexander von (1789–1865)
Künstler

Die Heideloff (im 18. Jahrhundert auch Heydeloff) sind eine aus dem Hannoveranischen stammende und etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Stuttgart nachgewiesene Künstlerfamilie. Carls Vater, Victor Wilhelm Peter Heideloff war 1771 an die Hohe Carlsschule aufgenommen worden. Von ihm stammt die Skizze über Schillers Lesung aus seinen „Räubern“ im Stuttgarter Bopserwäldchen (1778).
Carl Alexander kam im Revolutionsjahr 1789 zur Welt. Als Schüler der Carlsakademie-Absolventen Dannecker, Seele und Thouret ist er sozusagen ein Originalprodukt des württembergischen Klassizismus. 1815 wird er heftig von der Romantik ergriffen und entdeckt die gotische und romanische Architektur. Sein Multitalent verschwendete er wesentlich an das „Altdeutsche“. Heideloffs architektonisches Credo ist die „stilgerechte Wiederherstellung“. Als Architektur-Restaurator ist er hauptsächlich im Fränkischen unterwegs: Sebaldus-, Frauen- und Heilig-Geist-Kirche, St. Lorenz, St. Aegidien, St. Jakob sowie das Dürerhaus – alles in Nürnberg. Und von 1828 bis 1837 dann der Bamberger Dom.
Im heimatlichen Württemberg stattet er die Hl.-Kreuzkirche in Rottweil sowie die Stuttgarter Stiftskirche neogotisch aus.
Die berühmteste, am nachhaltigsten mit seinem Namen versehene Arbeit steht auf der Schwäbischen Alb: Schloss Lichtenstein (1837–1842), zu dem auch eine intime Kapelle gehört, oberhalb der Honauer Steige auf eine schwindelerregende Felsnadel gesetzt.
Heideloff betreibt eine Art „Remake“-Architektur und ist darin weit eher ein romantisierender, die Gotik nachahmender Designer als ein Historist. Über einem weiteren Remake stirbt er schließlich 1865: der Regotisierung des Ritterkapellen-Chors im mainfränkischen Haßfurt. Dort steht auf dem Friedhof, unmittelbar hinter dem Kapellenchor, sein – naturgemäß – (neo)gotisches Grabmal mit Büste; ein markanter Kopf, von Maßwerk behütet, aber reichlich verdrossen.

Karlheinz Fuchs

Referenzen