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Koblenz, Peter von (ca. 1450 bis um 1500)
Künstler

Er ist der Baumeister von Württembergs Graf Eberhard V. und gehört demnach zu den „Urachern“, die nach Wiedervereinigung der Grafschaft Württemberg 1482 unter dem legendären „Eberhard im Bart“ das innere Württemberg bebaut haben, allerdings nicht mehr ganz so spektakulär wie die Joergs, die aufgrund der 1442 begonnenen Landesteilung, in Stuttgart ihre damals wichtigen Kirchen errichteten.

Peters Geburtsdatum ist nicht bekannt, sein Herkommen nicht gesichert. Nach älteren Forschungen stammt er aus dem Elsass, nach neueren vom Mittelrhein. Seit 1481 in Diensten Eberhards, arbeitet er wesentlich in der 1482 wiedervereinigten Grafschaft Württemberg, die 1495 zum Herzogtum erhoben wurde. Koblenz löst dabei Aberlin Joerg ab, der mehr und mehr ins reichsstädtische Umfeld ausweicht.
Peter von Koblenz baut um 1475 die Amanduskirche in Eberhards Residenz Urach. Die Anlage einer dreischiffigen Basilika geht auf gotische Vorbilder zurück, die vom Parlerschen Hallenkirchengedanken noch nicht berührt waren. In dieser Uracher Kirche findet sich auch sein Grabstein, dessen Todesdatum um 1500 angegeben wird.
Auch der Uracher Spitalkirchen-Chor, wenn auch zwanzig Jahre nach Koblenz’ Tod entstanden, wird seiner Schule zugerechnet. Peters Meisterzeichen zeigt sich auch in Dettingens evangelischer Pfarrkirche.
In Münsingen, das zum ursprünglichen Machtbereich Eberhards gehörte, signiert Peter ebenfalls mit seinem Meisterzeichen für Chor und Sakristei (1495). Im württembergischen Kernland, in Eltingen bei Leonberg, ist er als Erbauer der Pfarrkirche St. Michael überliefert. Zwischen 1487 und 1490 gebaut, heißt es dazu im Dehio: „Eine der wenigen in einem Zug erbauten und gut ausgestatteten Dorfkirchen des Kreises.“ Peter von Koblenz’ Größe als „Sterneinwölber“ und seine Bedeutung als handwerkliches Genie gilt es aber noch zu entdecken.

Karlheinz Fuchs

Referenzen