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Baptisterium
Kunst- und Baugeschichte
Baptisterium (lat. Taufgebäude), Teil einer Kirche oder separater Raum zum Spenden des Taufsakraments. Der Begriff Baptisterium bezeichnete in der Antike ein Badebassin und wurde in frühchristlicher Zeit zunächst für das Taufbecken, später dann auch für das ganze Taufgebäude gebraucht. Das Baptisterium konnte Annex eines Kirchenbaus, aber auch ein selbständiger Bau sein, der sich jedoch stets in unmittelbarer Nähe eines Gotteshauses befand. Vom 4. bis ins 15. Jh. wurde er meist weniger als 25 m entfernt westlich der Bischofskirche errichtet. Das Baptisterium war meist als Zentralbau auf rundem oder polygonalem Grundriss gestaltet. Das Taufbecken in der Mitte des Raumes war oft von einem Säulenkranz umgeben und von einer Kuppel oder einem Zeltdach mit Laterne bekrönt. Es besaß eine beachtliche Größe, da man die Taufe durch vollständiges oder zumindest teilweises Untertauchen des (zumeist erwachsenen) Täuflings vollzog. Nachdem dieser Brauch aufgeben war und sich seit der Karolingerzeit die Kindertaufe durchsetzte, wurden die Baptisterien seltener, da nun der Taufstein oder das Taufbecken in der Kirche selbst ausreichte.
Annegret Kotzurek
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