---
 
---
 
---
 
---
 
---
 
---
 
---
 
---
---
 
---
 
---
 
---
 
---
 
---
---

Schweiner, Hans (um 1470–1533)
Künstler

Über die Biografie des Renaissancebaumeisters Hans Schweiner ist wenig bekannt. Er wird wohl um 1470 in Weinsberg nahe Heilbronn geboren, seiner hauptsächlichen Wirkungsstätte. Dort ist er seit 1496 als Bürger nachgewiesen. Um seinem etwas ordinären Namen mehr Seriosität zu verleihen, latinisiert er ihn nach Humanistenart und nennt sich „Janus Porcius“. Und in einer Bauinschrift bezeichnet er sich gar als einen „Mann von erfinderischem Geist“.
Mit erheblichem Selbstbewusstsein ausgestattet, kann er den Rat der Freien Reichsstadt Heilbronn auch von seinem Turmbau für die Kilianskirche überzeugen, zu Zeiten, als man den Typus Turmbau eigentlich schon eingestellt hatte wie etwa beim Hl. Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd. So entsteht mit Heilbronns Kilianskirche, zu Zeiten, als allgemein noch die Spätgotik vorherrscht, eines der bedeutendsten und auch originellsten Kirchenbauwerke der Frührenaissance in Württemberg wo nicht in Deutschland.
Schweiner muss für viele seiner Zeitgenossen ein schockierend „Moderner“ gewesen sein – und, wie es auch hieß, „bis an den Himmel hinan ein Bösewicht“. Denn, wo gerade im Neckarschwäbischen noch die idealistische spätgotische Heiligen-Skulptur vorherrscht, steckt Schweiners reiche Figurenwelt am Kiliansturm voller Schalk und Drolerien: Der Teufel erscheint in der Mönchskutte, der Affe in Nonnentracht, Geistliche unter der Narrenkappe.
Schweiner baut bis 1529 an diesem bis heute herausragenden Werk. Andere Arbeiten von ihm sind nicht überliefert. 1533 stirbt er in Heilbronn.

Karlheinz Fuchs

Referenzen