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Vesperbild
Kunst- und Baugeschichte

(lat. vesper „Abend“), auch Marienklage oder Pietà (lat. pietas „Frömmigkeit“, „Mitleid“), in der bildenden Kunst die Darstellung Mariens, die den vom Kreuz abgenommenen Leichnam ihres Sohnes auf dem Schoß hält oder den zu ihren Füßen liegenden Körper stützt. In der Bibel ist die Szene nicht beschrieben. Im Johannesevangelium ist zwar die Anwesenheit Mariens unter dem Kreuz, aber nicht bei der Kreuzabnahme überliefert. Im 14. Jahrhundert entsteht aus der Beweinungsszene der Bildtypus der Pietà, um das Leiden Christi in der Andacht nachvollziehen zu können. Dieses Andachtsbild wird zu einer der beliebtesten Passionsdarstellungen in der christlichen Kunst, da es dem Betrachter vielfältige Identifikationsmöglichkeiten mit dem mütterlichen Schmerz über den toten Sohn bietet. Der Name Vesperbild rührt von der geistlichen Stundeneinteilung des Tages gemäß der Passion her, der zufolge das Gedenken von Beweinung und Grablegung im Stundengebet der Nonnen und Mönche zur Zeit der Vesper am frühen Abend stattfand sowie aus dem Brauch, den Tag mit einer Marienandacht zu beschließen.

Annegret Kotzurek

Referenzen