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Maria, die Mutter Jesu
Leben und Glauben

In der Bibel wird Maria, die Mutter Jesu, zwar eher am Rande erwähnt, aber ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, die eng mit dem Glauben an Jesus als den Sohn Gottes verbunden ist.

Deshalb wird sie auch als Gottesmutter oder Gottesgebärerin bezeichnet und hat, sobald in der frühen Kirche eine Einigung im Glauben über die zwei Naturen Jesu erreicht wurde, wachsende Verehrung erfahren. Sie machte Maria neben Christus zum Hauptthema christlicher Kunst, wo es entweder isoliert, z. B. in den Formen des Andachtsbildes, oder als (erzählendes) Marienleben ebenfalls stets eng mit der Meditation der Heilsgeschichte Gottes zusammenwirkt. Ein erster Höhepunkt frühchristlicher Marienverehrung und –kunst lag nicht zufällig sogar zeitlich parallel mit der verbindlichen Zusammenstellung der Schriften des Evangeliums.

Das Zeichen der Jungfrauengeburt, das schon die Evangelisten Lukas und Matthäus verwenden, sagt aus, dass in der Menschheitsgeschichte Gott einen neuen, unüberbietbaren Höhepunkt gesetzt hat: Denn er selbst teilt sich den Menschen mit.
Diese Bedeutung Marias als Tor Gottes zu uns ist in der Kunst auf vielfältige Weise interpretiert worden, ob als Bildmotiv an den Chorschranken seit frühchristlich-byzantinischer Zeit oder an den Portalen der Kathedralen.

Die Frage nach dem Stellenwert Mariens ist wohl immer sehr unterschiedlich beantwortet worden.
In der Spiritualität Martin Luthers hat Maria zwar eine sehr große Bedeutung. Gleichwohl wird die Marienverehrung in den Kirchen der Reformation, nach der großen Blüte um 1500, noch heute sehr kritisch betrachtet. Katholischerseits kennt die Verehrung Mariens sehr vielfältige und auch umstrittene Formen – wohl gerade, weil der Bezug zu ihr so „leibhaftig menschlich“ ist (so der Theologe Karl Rahner, in dessen Glauben die Marienverehrung ein wichtiger Aspekt war).

Konfessionsübergreifend ist hier und heute noch immer die theologische Übereinstimmung maßgebend, dass alle Worte über und zu Maria immer einen Bezug zu Christus haben.


Emanuel Gebauer

Referenzen