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Tabernakel
Kunst- und Baugeschichte
(lat. tabernaculum „Hütte“ oder „Zelt“), bezeichnet seit dem 12. Jahrhundert in christlichen Kirchen die Behälter oder Schreine, in denen die konsekrierten, von der Messe übrig gebliebenen Hostien aufbewahrt werden. Ab dem 8. Jahrhundert werden sie in der Sakristei untergebracht, später entwickelt sich der Brauch, sie auch außerhalb der Messfeier in der Nähe des Altars zu deponieren. Die Hostienbehältnisse werden dann in einem größeren, in der Regel verschließbaren Schrein - dem Tabernakel – verwahrt, um sie vor Missbrauch zu schützen. In romanischen Kirchen ist der Tabernakel eine in die Wand eingelassene vergitterte Nische oder ein Wandschränkchen. Der Wandtabernakel wird später oft in eine altarartige Schauwand eingebettet. Die Spätgotik entwickelt aber auch frei stehende Sakramentshäuschen aus kunstvoller Steinmetzarbeit, die eine beeindruckende Größe erreichen können. Seit dem 14. Jahrhundert wird der Tabernakel auch auf den Altar verlegt. Er kann turmartig geformt sein oder in das Altarretabel eingebaut werden. Die feste Verbindung mit dem (Haupt-)Altar wird dann ab dem 16./17. Jahrhundert zur Regel. Seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird der Tabernakel bei neuen bzw. neu gestalteten Kirchen vom Altar getrennt und am Rand des Altarraums oder in einer eigenen Seitenkapelle aufgestellt.
Annegret Kotzurek
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