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Fiale
Kunst- und Baugeschichte

Fiale (griech.; altfranz. filiola „Töchterchen“), ein in der gotischen Baukunst häufig vorkommendes, aus Stein gemeißeltes Zierglied an Wimpergen und Strebepfeilern in Form eines schlanken, spitz auslaufenden Türmchens. Der untere Teil einer Fiale besteht aus einem vier- oder achteckigen Schaft (Leib), der allseitig durch Giebel oder ein Satteldach abgeschlossen ist und zuweilen die Form eines Tabernakels hat. Über dem Schaft erhebt sich ein pyramidenförmiger Helm oder Riesen (mhd. risen „emporsteigen“). Dessen Kanten sind mit Krabben besetzt, seine Spitze ist mit einer Kreuzblume bekrönt. Die Fiale hat einerseits ästhetische Funktion und unterstreicht den in der Gotik gewünschten Eindruck des Emporstrebens, zum anderen hat sie aber auch statischen Nutzen, indem sie durch ihr Gewicht die Konstruktion stabilisiert.

Annegret Kotzurek

Referenzen