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Stele
Kunst- und Baugeschichte
Stele (griech. stehender Block, Säule, Pfeiler, Grabstein), Bezeichnung für eine hohe, senkrecht stehende Platte aus Stein (seltener aus Holz oder Metall) bzw. für eine freistehende Säule oder Pfeiler. Die Stele dient als Ornament- oder Bildträger und ist mit Reliefs, Ritzzeichnungen oder Bemalungen versehen. Sie kann unmittelbar auf dem Boden stehen oder eine Basis besitzen und hat zumeist eine hochrechteckige oder sich nach oben verjüngende Form. Während der Schaft oft nur sparsam verziert ist und primär als Schriftträger dient, werden der Giebel oder die bekrönende Plastik häufig aufwendig gestaltet. Dies kann kultische (Verehrung einer Gottheit), politische (Siegeszeichen, Grenzstein, Dokumentation historischer Ereignisse), weltliche (Gesetzestext, Ehrung des Stifters) oder sepulkrale (Grabsäule) Funktion haben. Stelen sind in den Kulturen Vorderasiens, der griechischen und römischen Kunst weit verbreitet. In der mittelalterlichen Kunst verlieren sie ihre Bedeutung, werden seit dem 19. Jahrhundert aber in der Friedhofsplastik wieder aufgenommen.
Annegret Kotzurek
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